Hans-Ueli Früh | Mitglied seit 1996
Am Anfang waren die Pferde – in meiner Familie waren sie und reiten seit jeher ein grosses Thema: sei es als Fuhrgespanne, Reitpferde und auch die Pferderennen auf dem Basler Schänzli. Dort entfachte sich auch das Feuer in mir und mittlerweile besuchte ich schon mehr als 65 verschiedene Rennplätze im In- und Ausland. In den 80er Jahren entdeckte ich den englischen Krimiautor Dick Francis, einen ehemaligen Jockey, der auch für die Queen geritten war. Nun las ich begeistert seine Bücher – das fünfte Buch «PROOF» (Weinprobe auf Deutsch) führte mich zum Whisky! Sein Thema Wein- und Whiskybetrug (ein Weinhändler musste beim Wein und Whisky herausfinden, ob in den Flaschen das war, was drauf stand dh. billiger Wein statt guter Bordeaux und billiger Whisky statt teurer LAPHROAIG!) Im Gegensatz zum Laphroaig existiert die billige Whiskymarke RANNOCH nicht.
So versuchte ich, Laphroaig von anderen Whiskys zu unterscheiden, was mir nicht schlecht gelang (was ja auch kein Wunder war!). Die Liebe zum Whisky war aber dadurch geweckt und anfangs der 90er Jahre trat ich der SMWS Schweiz bei, damit ich die Degustationen und den Members’ Room in Schönenwerd besuchen konnte. 2003 besuchten wir das Edinburgh Tattoo, wo wir sogar in der Ferienwohnung der Society in THE VAULTS, Leith übernachten konnten (und allabendlichen Besuch im stilvollen Members’ Room). Auf den Reisen durch Schottland besuchten wir natürlich auch verschiedene Destillerien: Laphroaig und Bowmore auf Islay, Glenfiddich und Glenfarclas in Speyside, Talisker und Torabhaig auf Skye. Mir gefiel besonders Glenfarclas und so leistete ich mir zwei SMWS-Flaschen 1.100 (36-jährig!), das absolute Nonplusultra für mich. Oftmals gehörten der Besuch von Pferderennen und Destillerien zusammen (Kentucky Derby und Woodford Reserve, Musselburgh und SMWS Queens Street, Dublin und Bushmills und Jameson).
2007 begann ich mit Freunden Rennpferde zu züchten mit einigem Anfängerglück. 2014 kam dann in der Normandie ein Hengstlein auf die Welt, für den wir einen Namen suchten, was manchmal bei einem Glas Whisky etwas einfacher war. Weil der Name mit einem F beginnen musste, wählten wir FARCLAS, denn im Glas war natürlich ein … Das passte – denn Glenfarclas heisst «Tal der grünen Wiese», was die Grundlage für ein Rennpferd ist. Vier Jahre später kaufte ihn Michael O’Leary, Besitzer vom Gigginstown House Stud und Ryanair, unter dessen Farben wurde Farclas zu einem der besten Hindernispferde (26 Starts, 5 Siege) und gewann in England ein ganz grosses Rennen. Die britischen Journalisten bemerkten aber gar nicht, dass Farclas eigentlich gälisch und nicht französisch ausgesprochen werden sollte. Und dies obwohl GLENFARCLAS genau in Cheltenham ein grosser Sponsor ist. Nach diesem tollen Erfolg musste auch der gesparte Whisky 1.100 dran glauben. Beides schmeckte herrlich!
Seither haben wir Züchter mehr downs als ups erlebt und der Whisky eignet sich auch als Tröster bei Niederlagen nicht nur als Lob bei Erfolgen.
Die SMWS-Degustationen bleiben ein Highlight, besonders in Kombination mit dem Basel Tattoo.
Slàinte!
