Ob Sie es persönlich zu einem der Mai-Whisky-Festivals schaffen oder nicht – die neueste «Heresy»-Small-Batch-Abfüllung der Society bringt Ihnen einen Vorgeschmack auf alle fünf Whisky-Regionen Schottlands nach Hause, wie Julien Willems erläutert.
Der Mai ist da – mit seinen traditionellen Whisky-Festivals und Scharen von Whisky-Liebhabern, die aus allen vier Himmelsrichtungen nach Schottland strömen, zur alljährlichen «Paarungszeit». Bevor sich nun jemand daran stört: Ich meine das natürlich nur im übertragenen Sinne. Von Loch Indaal über Elgin bis Thurso treffen sich Mates aus aller Welt und teilen ihre lokalen Drams. Genau darum geht es!
Um diese besondere Zeit zu feiern, kreierten wir letztes Jahr Batch 31: Alchemie auf Wanderschaft, einen Small-Batch Blended Malt aus Fässern aller fünf Whisky-Regionen Schottlands. Mit feinen Rauchschwaden, viel Charakter und Honig im Aromaprofil erinnerte dieser Whisky in vielerlei Hinsicht an die Blends vergangener Zeiten. Ein heidekrautartiger Torfeindruck balancierte am Gaumen Pinienholz, Kampfer und Algen aus, während Wasser dem Erlebnis Schicht für Schicht Eleganz, Öligkeit und Textur hinzufügte.
Das klingt köstlich – und war es auch. Was wir Ihnen damals aber nicht verraten haben: Nachdem wir alle Fässer für diese Blended-Malt-Rezeptur vermählt hatten, machten wir einen besonders grossen Batch von Alchemie auf Wanderschaft. Ein Teil des entstandenen Whiskys wurde als Batch 31 abgefüllt; den anderen Teil gaben wir zurück in einige der ursprünglichen Fässer, damit er sich für ein weiteres Jahr vermählen und ruhen konnte. Nun haben wir sie wieder zusammengeführt und Batch 39: Die fünf Regionen geschaffen.

Was die regionalen Anteile des ursprünglich 10-jährigen Batch 31: Alchemie auf Wanderschaft betrifft: Etwas mehr als die Hälfte der Rezeptur basiert auf gleichen Anteilen aus Highland-Malt, der Gewicht und Textur einbringt, während die Speyside-Komponente die fruchtigen Noten mit Pflaumen und frischen Äpfeln verstärkt. Knapp ein Drittel ist eine Auswahl an stark getorften und ungetorften Islay-Malts, gereift in Sherry-Fässern – sie liefern die Torfnoten und etwas Tiefe und Salzigkeit. Hinzu kommen acht Prozent Lowland-Whisky, der laut Euan Campbell, Head of Whisky Creation, «alles anhebt, ähnlich wie wenn man die Höhen am Verstärker etwas aufdreht». Der Rest stammt aus Campbeltown und bringt eine gewisse Wachsigkeit sowie weitere dezente Küstennoten ein.
Gereift in einer Auswahl von Bourbon-, Oloroso-, Pedro-Ximénez- und HTMC-Hogsheads wurde der Teil von Batch 31: Alchemie auf Wanderschaft, der nicht abgefüllt wurde, in diese Fässer zurückgegeben, um sich ein weiteres Jahr lang zu vermählen und weiter zu reifen. Das gibt den Mitgliedern die Gelegenheit zu erleben, welchen Unterschied ein zusätzliches Jahr Vermählung und Reifung bewirken kann. Wie Euan sagt: «Die Möglichkeit, mit Batch 31 zu vergleichen, bietet den Mitgliedern eine faszinierende Einsicht – denselben Whisky zu verschiedenen Zeitpunkten zu verkosten. Natürlich steht er aber auch für sich allein!»
Da nur ein Teil des für Batch 31 hergestellten Blended Malts wieder in die Fässer zurückkehrte, wurden nicht alle Fässer, die zu Batch 31 beigetragen haben, erneut befüllt – die Vielfalt der Fasstypen wurde aber bewahrt, um Batch 39 zu erschaffen. Innerhalb eines Jahres Reifung und bei dieser Menge mag der Unterschied marginal sein. Dennoch ist es eine interessante Überlegung, wenn man Blended Malts für eine recht lange Zeit erneut in Fässern vermählt: Das Reifeprofil verändert sich dadurch leicht.
Nach einem weiteren Jahr im Fass scheint sich das Profil dieses Whiskys hin zu gourmetartigen Schokoladentrüffeln und kandierten Kirschen entwickelt zu haben, gefolgt von edlen Hölzern, schwelendem Zedernholz und antiken, in Leder gebundenen Folianten. Hinter dem Rauch zeigen sich nun vermehrt Heideblüten und wilder Lavendelhonig. Hinzugefügtes Wasser sorgt für ein seidig-glattes Mundgefühl mit aufblühenden Aromen reifer und getrockneter Früchte, schokoladenüberzogener Macadamianüsse, Backgewürzen und frisch geröstetem Kaffee.
Falls das köstlich klingt, dann wohl, weil es so ist! Und selbst bei seinen traditionell «häretischen» 50% Vol. ist es ein Dram, der gerne ein wenig Wasser annimmt, wenn Sie das mögen. Persönlich finde ich, dass Wasser eine grossartige Möglichkeit ist, die Schichten eines Drams aufzubrechen und herauszufinden, woraus er gemacht ist. Zudem schützt es die Geschmacksknospen davor, zu schnell zu ermüden, und verlängert so den Genuss feinerer, subtiler Nuancen. Aber wie bei vielen Dingen kommt es beim Geniessen und Wertschätzen eines Drams letztlich auf den persönlichen Geschmack an. Wenn das nicht Ihr Ding ist – auch das ist völlig in Ordnung!
Wie schon Batch 31: Alchemie auf Wanderschaft schmeckt auch Batch 39: Die fünf Regionen älter, als es die 11 Jahre auf dem Etikett vermuten lassen. Die Aromen aller Whisky-Regionen Schottlands in einem einzigen Blended Malt zu vereinen, hat etwas geschaffen, das deutlich mehr ist als die Summe seiner Teile. Während Sie sich also auf die Jagd nach Ihren Festival-Drams machen und die Single Casks und Single Malts finden, die Sie sich wünschen, lassen Sie Platz für diese originelle, geschmackvolle Abfüllung. Vergleichen Sie sie mit Batch 31, teilen Sie sie grosszügig und tauschen Sie sich mit Ihrem eigenen Freundeskreis aus nah und fern darüber aus – ganz im Geiste der Saison. Vor allem aber: Geniessen Sie!